Am Anfang einer Hausplanung stehen fast immer die gleichen offenen Fragen: Bauen wir mit oder ohne Keller? Wie soll das Haus auf dem Grundstück stehen? Wo liegt die Terrasse, wo der Eingang? Die meisten Bauherren haben darauf zu Beginn noch keine feste Antwort – und das ist völlig normal.
Deshalb kommt an dieser Stelle oft die Frage: „Können Sie uns nicht zwei oder drei Varianten parallel entwickeln, damit wir vergleichen können?“ Wir verstehen den Wunsch gut. Und wir machen es trotzdem in der Regel nicht. Warum, erklären wir hier – denn dahinter steckt kein Aufwandsargument, sondern ein Ergebnisargument.
Das Problem mit parallelen Entwürfen
Wir können nicht in die Köpfe unserer Kunden schauen. Wir wissen zu Beginn nie zu 100 %, welche Raumaufteilung sich richtig anfühlt, welche Deckenhöhe, welche Fensterproportion, welcher Grad an Offenheit. Genau dafür haben wir unseren fünfstufigen Sprint-Prozess: Wir arbeiten uns am 3D-Modell schrittweise an die Wünsche unserer Kunden heran.
Wenn wir zwei Entwürfe gleichzeitig entwickeln, passiert dabei etwas Unangenehmes: Alles, was unseren Kunden nicht gefällt, machen wir sofort in beiden Varianten falsch. Statt einer Variante, die wir gemeinsam gut machen, entstehen zwei Varianten, die in denselben Punkten daneben liegen. Der Vergleich, den sich Bauherren davon versprechen, wird dadurch nicht besser – er wird nur teurer und langsamer.
Wie wir stattdessen vorgehen
Wir entwickeln erst eine Variante richtig. Dann setzen wir uns mit unseren Kunden zusammen und schauen sie gemeinsam am 3D-Modell an: Was gefällt? Was nicht? Was ist unverzichtbar, was verhandelbar? Und was kostet was?
Erst danach – wenn es sinnvoll ist – entsteht eine zweite Variante. Zum Beispiel dann, wenn sich zeigt, dass der Keller das Budget stärker belastet als gedacht. Diese zweite Variante ohne Keller ist dann aber keine Blindbewerbung mehr: Wir wissen bereits, was unseren Kunden wichtig ist, wir haben gemeinsam ein 3D-Modell bewertet, und alle Lessons Learned fließen direkt ein.
Wir entwickeln also durchaus verschiedene Varianten – nur nicht parallel, sondern nacheinander. Das hat sich über viele Projekte hinweg als deutlich effizienter erwiesen.
Warum die zweite Variante meistens gar nicht mehr nötig ist
Und hier kommt der Punkt, der viele Bauherren überrascht: In den meisten Fällen brauchen wir die parallelen Varianten hinterher überhaupt nicht mehr. Denn wir schließen sehr viel schon im ersten Gespräch analytisch aus.
Wir arbeiten mit einem digitalen Zwilling des Grundstücks. Das heißt konkret:
- Wir setzen verschiedene Hauskubaturen live in 3D auf das Grundstück – direkt im Rahmen des geltenden Baurechts.
- Wir probieren Ausrichtungen und Positionierungen unmittelbar aus und sehen sofort, was Abstandsflächen, Bebauungsplan und Topografie zulassen.
- Zu den Kubaturen erzeugen wir mit unserem Grundrissgenerator Grundrisskonzepte – bewusst noch ohne Möblierung und nicht in 3D, aber ausreichend, um Flächen, Zuschnitte und Erschließung zu bewerten.
Das Ergebnis: Grundstück, Budget und Wunschvorstellungen ergeben schon im ersten Termin sehr oft einen klaren Favoriten. Keller ja oder nein, Ausrichtung, Geschossigkeit – diese Grundsatzfragen sind dann keine offenen Optionen mehr, sondern eine begründete Entscheidung.
Und wenn später doch noch ein neues Konzept gebraucht wird, geht das selbstverständlich – und dann sogar schneller als am Anfang, weil alles, was wir gemeinsam gelernt haben, bereits einfließt.
Was uns von klassischen Architekturbüros unterscheidet
Genau hier liegt ein wesentlicher Unterschied in der Arbeitsweise. Im klassischen Ablauf gehen Entwurfsvarianten zurück ins Büro, werden dort über Tage oder Wochen ausgearbeitet und im nächsten Termin präsentiert. Jede Schleife kostet Zeit.
Durch unseren hohen Digitalisierungsgrad und die Möglichkeit, Hauskubaturen bereits im ersten Meeting baurechtskonform in 3D auf den digitalen Zwilling zu setzen, kommen wir sehr viel schneller zu belastbaren Entscheidungen. Nicht, weil wir weniger sorgfältig planen – sondern weil wir früher sichtbar machen, worüber sonst nur geredet wird.
Ein Haus ist kein Toaster
Uns ist bewusst, dass dieses Vorgehen zu Beginn schwer vorstellbar ist. Für jede Kaffeemaschine und jeden Toaster gibt es heute ein eigenes Vergleichsportal. Der Wunsch nach dem direkten Nebeneinander ist tief verankert – und bei Produkten aus dem Regal ist er auch völlig richtig.
Ein Haus ist aber kein Produkt aus dem Regal, sondern ein großes Projekt. Und für Projekte haben die letzten Jahre – von agiler Arbeitsweise bis Design Thinking – sehr deutlich gezeigt, was funktioniert: in kurzen Schleifen arbeiten, früh sichtbar machen, gemeinsam bewerten, nachschärfen. Nicht: alles gleichzeitig auf Verdacht ausarbeiten.
Wer diese Denkweise aus dem eigenen Arbeitsalltag nicht kennt, muss uns an dieser Stelle einen Vertrauensvorschuss geben. Das wissen wir – und wir nehmen das ernst. Wir haben diesen Prozess sehr, sehr oft durchlaufen, und die vielen erfolgreich abgeschlossenen Projekte und die Bewertungen unserer Bauherren zeigen: Dieser Vertrauensvorschuss ist gut investiert.
Kurz zusammengefasst
- Parallele Varianten verdoppeln Fehler, statt Erkenntnisse zu verdoppeln.
- Wir machen erst eine Variante richtig, stimmen sie am 3D-Modell ab und entwickeln weitere Varianten nur dort, wo sie wirklich Erkenntnis bringen.
- Varianten gibt es also – nur nacheinander, jede besser informiert als die vorige.
- Vieles entscheidet sich schon im ersten Gespräch, live am digitalen Zwilling mit Kubatur- und Grundrissvarianten.
- Das spart Zeit und Geld – und führt am Ende zu einem Haus, das wirklich passt.
Sie stehen gerade vor genau diesen Fragen – Keller oder kein Keller, wie stellt man das Haus am besten aufs Grundstück? Dann lassen Sie uns das nicht diskutieren, sondern anschauen. Im ersten Gespräch setzen wir Ihr Haus gemeinsam live in 3D auf Ihr Grundstück.
